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Safiye Can
Liebesgedichte
Safiye Can nimmt es sehr genau mit dem persön-lichen Ton. Angefangen von der richtigen Tonalität über die Tonlage oder -farbe des stimmlichen Ausdrucks bis hin zum jeweils einzig passenden Tonfall jeder kleinsten rhythmischen Einheit des poetischen Textes hat sie stets alles präzise im Ohr und wacht darüber als ihrem kostbarsten Eigentum. Es ist ihre Musik. Ihre Liebesgedichte sind eine Art Programmmusik, da tauchen immer wieder Motivverbindungen auf, die uns beim Lesen oder Hören in gewisse Stimmungen versetzen, die Erinnerungen wachrufen, deren dramatische, heitere oder tieftrübe Akzente wir bei Safiye Can wiedererkennen. Und zwar auch dann, wenn uns die vielfältigen Sinnvorstellungen, die dem »Rose-und-Nachtigall«-Motiv in der tausendjährigen arabischen und türkischen Tradition zugeordnet wurden, fremd sind; und solange wir zudem von Safiye Cans Verhältnis zu diesem kulturgeschichtlichen Background zunächst nicht genau wissen, wie relevant es für ihre literarische Produktion über-haupt ist.
Safiye Can ist nämlich Tscherkessin, zu einem türkisch-kulturellen Hintergrund kam sie erst durch den Umstand, dass ihre Vorfahren vor hun-dertfünfzig Jahren aus dem Kaukasus in die Türkei zwangsumgesiedelt worden sind. Immerhin beherrscht sie das Türkische wie eine Muttersprache, lernte dann aber, da sie in Offenbach am Main geboren wurde und aufwuchs, Deutsch so natürlich als wie eine zweite Muttersprache hinzu. Und in dieser Sprache entfaltet sie sich nun künstlerisch, bringt sie jene poetische Programmmusik zum Erklingen, deren exklusiver Sound seinen Ursprung allerdings irgendwo im Zwischenkulturellen haben mag. Je länger sie dabei bleibt, je mehr Gedichtbände von ihr nach diesem ersten erscheinen mögen, umso genauer werden wir ihre Kunst zu verorten wissen. Die Perspektiven sind jedenfalls mehr als vielversprechend.

Vorwort: Gerhardt Csejka, Literaturwissenschaftler
Leseprobe:
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Rose und Nachtigall
Safiye Can ist 1977 als Kind tscherkessischer Eltern in Offenbach am Main geboren. Sie hat Philosophie, Psychoanalyse und Rechtswissenschaft an der Goethe Universität in Frankfurt am Main studiert und ihre Magisterarbeit mit der Bestnote über Friedrich Nietzsches »Also sprach Zarathustra« abgeschlossen.
Seit 2013 ist sie Kuratorin der »Zwischenraum-Bibliothek« im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung, seit 2010 Mitarbeiterin der Horst Bingel-Stiftung für Literatur und aktives Mitglied der Vereinigung türkischsprachiger Schriftsteller Europas (ATYG). Mehrere Jahre war sie am Landestheater Burghof-bühne Dinslaken Regieassistentin für ein Schau-spiel nach Yüksel Pazarkaya, arbeitete zuvor als Vertretungslehrerin in Offenbach am Main.
Safiye Can leitet seit 2004 erfolgreich Schreibwerkstätten an Schulen und ist ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Amnesty International. Die auch als literarische Übersetzerin tätige Autorin erhielt für ihre Gedichte mehrere Literaturpreise.
Derzeit studiert sie im Zweitstudium Germanistik und Kunstgeschichte an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.
Mit »Rose und Nachtigall« liegt uns ihr Debüt vor.
Autorenwebsite: www.safiyecan.de
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Autoren
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INFO
Termine
120 Seiten
Hardcover: 20,6 x 12,1 cm
ISBN: 978-3-942223-64-5 Verlagspreis: 16,90 €
eISBN: 978-3-942223-65-2 Verlagspreis: 12,99 €
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17.01.14 Echo-Online "Schulstunde mit literarischer Bohème"
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10.03.14 Offenbacher Post von Ernst Buchholz
16.03.14 Agathe Knoblauch Rezension in YOUTUBE
01.03.14 LYRIKwelt.de von Michael Starcke
  1. Auflage: Januar 2014
  2. Auflage: April 2014
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VORWORT ZUR 2. AUFLAGE
Wir lesen moderne, eigenständige, in persischer und osmanischer Tradition verankerte Liebesgedichte, die ihre ganz eigene unnachahmliche Sprache vor uns ausbreiten und, dichterisch gekonnt, ausgeprägt zu formulieren verstehen.
Wenn man wie ich schon viele Gedichte in sei-nem Leben gelesen hat, finde ich nicht mehr häufig solche wie die hier Vorliegenden, für die ich mich emphatisch begeistern kann und deren Poesie auch den »ewigen« Skeptiker in mir überzeugt.
In ihrem Gedichtband erzählt Safiye Can von Lebens- und Liebensdingen, von Liebesglück und Liebeskatastrophen und spürt mit genauem Blick auch der Liebe nach, die unmöglich zu sein scheint.
Der ansprechende und schön ausgestattete Band ist in fünf Kapitel unterteilt, jedes für sich die Aspekte der Liebe beleuchtend, wobei eines, »Zu Menschen in anderer Sprache« eine Liebeserklärung an die Stadt Frankfurt am Main beinhaltet, ein Kaleidoskop und eine kluge Charakterisierung, mit milder Ironie vorgestellt, aber von der Dichterin durchaus ernst genommen.
Liest man die Gedichte der Dichterin laut, er-kennt man einen melodiösen und eigenwilligen Klang, der dem Geschriebenen als Vehikel dient, um Aussagen und Botschaften zu transportieren und bekräftigend zu untermalen, einen Sound, ein Markenzeichen, das, wie ich meine, diese Verse originär und unverwechselbar macht. Ebenso gewinnt man durch die Wahl der Metaphern, die zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Überlieferungen und frischen Ideen angesiedelt sind, den Eindruck, Gedichte wie diese so noch nie gelesen zu haben, das Thema Liebe, alt wie die Menschheit, in neue, unerwartete Sprachbilder gekleidet, die im Gedächtnis haften bleiben, weil man sie weder vergessen möchte noch vergessen kann.
Safiye Can schreibt von der Liebe stürmisch, nachdenklich, traurig, himmelhochjauchzend zu Tode betrübt, wie man sagt, vom Verliebt sein, von »der Metaebene«, vom Verlassen werden und Vermissen. Nachhaltig beschreibt sie das Für und Wider, die Zweifel, den Versuch, das Gegensätzli-che zu einem Ganzen werden zu lassen, Span-nungsbögen.
Es ist nicht anmaßend, Safiye Can, diese junge Tscherkessin, die in Offenbach geboren wurde, in einem Atemzug mit großen deutschen Dichterin-nen wie Ingeborg Bachmann, Marie Luise Ka-schnitz oder Sarah Kirsch zu nennen, deren Nach-folge sie schon seit langem, bisher leider zu wenig wahrgenommen, angetreten hat.
Safiye Can wird zu den großen Dichterinnen unseres Jahrhunderts gezählt werden.

Michael Starcke / Lyriker / März 2014 / Bochum